Jeden ersten Sonntag im Monat!

Jeden ersten Sonntag im Monat nach der heiligen 18 Uhr Messe, Krankengebet und Einzelsegen!

 

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Evangelium und Impuls vom Hochfest des Heiligsten Herzen Jesu

Evangelium nach Lukas ‪15,3-7.

‪In jener Zeit erzählte Jesus den Pharisäern und Schriftgelehrten ein Gleichnis und sagte: ‪Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? ‪Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, ‪und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.

Tagesimpuls:

Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern. (Lk 15,5)

In diesem Jahr wird die Barmherzigkeit Gottes in der katholischen Kirche sehr betont, weil Papst Franziskus das Jahr der Barmherzigkeit Gottes ausgerufen hat. Auf diesem Hintergrund klingen das heutige Fest und das heutige Evangelium nach lebendiger. Fest des Herzens Jesu! Wir feiern seine Barmherzigkeit, sein barmherziges Herz. Und das Evangelium illustriert diese Barmherzigkeit, indem es uns den guten Hirten vorstellt, der für mich alles andere liegen und stehen lässt. Der mir nachgeht, mich sucht, und wenn er mich gefunden hat, mich aufhebt.

Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern.

Jesus hebt mich auf, nachdem ich gefallen war. Ich stelle mir das Leben mit Jesus vor wie eine Gradwanderung. In  schwindelnder Höhe wandere ich auf dem schmalen Grad. Rechts und links geht es steil bergab. Das sind die Versuchungen. Es ist nicht immer leicht, auf dem schmalen Grad (der Tugend) zu bleiben. Und manchmal falle ich, und je nach dem, wie es ist, falle ich ganz schön tief. Aber Jesus lässt mich auch dann nicht im Stich. Er ist immer bei mir, er fängt mich auf. Nun kommt meine ganz persönliche Erfahrung: Ich kann wieder hochklettern mit Jesus. Das kann dauern. Oder ich gehe Beichten. Und immer nach der Beichte – das ist ehrlich meine Erfahrung – bin ich wieder sofort oben auf dem Grad, genau an der Stelle, wo ich abgestürzt war. Ich kann also hundertprozentig bezeugen: Jesus hebt mich auf!

Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern.

Herz Jesu Fest! Fest der Barmherzigkeit! Er ist immer für uns da! Und doch können wir uns von ihm finden lassen, hochheben lassen. Da ist etwas, was wir „tun“ können. Das ist ein Anteil, der bei uns liegt. Für mich ist es die Beichte. Und manchmal nehme ich Unannehmlichkeiten in Kauf, um wieder eine Gelegenheit für die Beichte zu finden. Es ist wie bei einem Arztbesuch.  Irgendwie ist es immer lästig, es passt nie in den Zeitplan, aber wenn man nicht geht, verliert man am Ende noch viel mehr Zeit durch die Krankheit.

Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern.

Laufen wir heute in Jesu Arme! Lassen wir uns von ihm finden! Lassen wir uns von ihm aufheben, wiederherstellen, heilen und stärken!

Gebet:

Jesus, ich danke dir für deine Barmherzigkeit! Ich danke dir, dass du mich schon so oft wieder hochgehoben hast. Ich danke dir, dass du mich niemals im Stich lassen würdest. Hilf mir, meinen kleinen Beitrag immer zu tun, dass ich zur Beichte gehe, dass ich mich von dir hochheben lasse, damit ich mit meinem ganzen Wesen, meinem ganzen Sein für dich leben kann.

 

Pastor Roland Bohnen

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Evangelium und Impuls vom Donnerstag der 9. Woche im Jahreskreis

Evangelium nach Markus ‪12,28b-34.

‪In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? ‪Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. ‪Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. ‪Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, ‪und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

Tagesimpuls:

Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.  (Mt 12,30)

Gott und den Nächsten lieben, das ist das größte Gebot. Das ist wichtiger als alle anderen Gebote. Das ist sehr allgemein formuliert, und die Zusätze, wie man es machen soll – mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit allen Gedanken und aller Kraft – zielen auf eine geistige Ebene, auf eine Haltung, viel mehr als auf eine konkrete Handlung. Jesus sagt nicht z.B. „du sollst regelmäßig in die Kirche gehen“, oder „du sollst regelmäßig Geld spenden“, nein, er sagt gar nichts Konkretes, alles was er sagt zielt auf eine Haltung des Herzens.

Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

Wenn die Herzenshaltung stimmt, dann kann ich nicht mehr egoistisch handeln, wenn die Herzenshaltung stimmt, dann kann ich nicht Stunden lang leben, ohne zu Gott gebetet zu haben, wenn die Herzenshaltung stimmt, dann kann ich nicht die Gemeinschaft der Kirche ignorieren, dann fühle ich mich verbunden und lebe mit dieser Gemeinschaft – auch konkret. Die konkreten Handlungen folgen aus der Herzenshaltung. Also wenn es etwas gibt, was Jesus uns besonders schenken kann, dann ist es diese Herzenshaltung, eben die Liebe.

Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

Es ist wichtig, dass wir uns diese Herzenshaltung von Jesus schenken lassen. Wenn wir das nicht tun würden, dann wäre das „Selbsterlösung“. Das wollen wir nicht, vor allem, das  können wir nicht. Wer meint, sich selbst erlösen zu können, lebt in einer Haltung des Stolzes. Die Herzenshaltung, die Jesus uns beibringen will, ist gerade die der Liebe, und das heißt Liebe empfangen und Liebe schenken. Aber wenn wir auf unseren Lebenslauf zurückblicken – und das gilt für alle Menschen – dann haben wir als erstes Liebe empfangen. Das Empfangen steht immer am Anfang. So sollen wir als erstes Liebe von Gott empfangen, uns alles von ihm schenken lassen, alles von ihm erbitten. Ein altes religiöses Lied sagt: „Gib mir Liebe ins Herz!“

Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

Bitten wir also Gott, dass er uns heute Liebe ins Herz schenkt, damit wir alles mit dieser Herzenshaltung tun können! Ein hervorragender Weg dazu ist, dass wir ihm immer wieder unser Leben übergeben, es in seine Hände legen. Daher möchte ich jetzt ein Hingabegebet einer Mystikerin beten. Sie heißt Luise Piccaretta und hat auf Grund von Visionen dieses Gebet überliefert.

Gebet:

Herr Jesus Christus, dir übergebe ich mich ganz. Nimm mein Herz, meinen Willen und mein ganzes Wesen dir zu eigen. Erlaube mir, heute ganz mit dir in deinem göttlichen Willen zu leben.

 

 Pastor Roland Bohnen

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Evangelium und Impuls vom Mittwoch der 9. Woche im Jahreskreis

Evangelium nach Markus ‪12,18-27.

‪In jener Zeit kamen einige von den Sadduzäern, die behaupten, es gebe keine Auferstehung, zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, aber kein Kind, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. ‪Es lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, und als er starb, hinterließ er keine Nachkommen. ‪Da nahm sie der zweite; auch er starb, ohne Nachkommen zu hinterlassen, und ebenso der dritte. ‪Keiner der sieben hatte Nachkommen. Als letzte von allen starb die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. ‪Jesus sagte zu ihnen: Ihr irrt euch, ihr kennt weder die Schrift noch die Macht Gottes. ‪Wenn nämlich die Menschen von den Toten auferstehen, werden sie nicht mehr heiraten, sondern sie werden sein wie die Engel im Himmel. ‪Dass aber die Toten auferstehen, habt ihr das nicht im Buch des Mose gelesen, in der Geschichte vom Dornbusch, in der Gott zu Mose spricht: Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden. Ihr irrt euch sehr.

Tagesimpuls:

Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden. (Mk 12,27)

Gott ist ein Gott von Lebenden. Vor seinem Angesicht ist keiner tot.  Unsere Erfahrung ist so sehr geprägt von der Vergänglichkeit, dass wir uns gar nicht vorstellen können, dass alles, was Gott geschaffen hat, für die Ewigkeit bestimmt ist. Das liegt in der Natur Gottes, die wir uns eben wegen der Erfahrung der Vergänglichkeit nicht so gut vorstellen können. Man könnte salopp sagen: Gott macht keine halben Sachen. Wenn Gott etwas ins Dasein ruft, dann ist es da, und das bedeutet für immer. Die Unterbrechung des Todes dient nur dazu, uns von der Herrschaft Sünde zu befreien, d.h. uns und die ganze Schöpfung.

Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden.

Man kann es mit einem Sieb vergleichen. Die Welt wurde durch die Sünde verunreinigt, und nun muss alles durch ein Sieb, um gereinigt zu werden. Aber selbst das, was im Sieb hängen bleibt, wird nicht vernichtet, sondern wird nur für immer vom Guten getrennt. Aber die Daseinskraft, die Gott in alles hineingelegt hat bei der Schöpfung, bleibt allem erhalten, für immer. Die gute Nachricht für uns ist, dass das Gute und das Böse nach dem Tod (nach dem Sieb) für immer getrennt sein wird.

Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden.

Wir Katholiken haben uns nie von der Erfahrung der Gemeinschaft mit den Heiligen distanziert. Ich sage bewusst „Erfahrung“, denn bevor es ein Dogma ist, ist es eine Glaubenserfahrung der Christen. Ich selber kann jederzeit an dieser Glaubenserfahrung partizipieren. Wenn ich die Heiligen anrufe, spüre ich, wie kraftvoll das ist. In früheren Generationen wurde häufig die Heiligenlitanei gebetet, nicht weil jemand das den Menschen vorgeschrieben hätte, sondern weil sie gespürt haben, wie intensiv das ist. Es hebt uns in die Gemeinschaft mir Gott. Es lenkt unsere ganze Seele und unser ganzes Menschsein zum Guten, es vertreibt die bösen Geister und die Versuchungen. Wir spüren das. Und zum Glück spüren das immer mehr protestantische Geschwister auch. Ökumene geschieht nicht am Schreibtisch, sondern wenn man gemeinsam betet und gemeinsam Glaubenserfahrungen macht. Neulich hatten wir ein ökumenisches Gebetstreffen, und eine protestantische, sehr prophetisch begabte Frau hatte ein Bild, wie Jesus direkt hinter Maria stand und durch Maria seine Gnaden austeilte. Dann sah sie noch einige Heilige und einige Väter des Glaubens aus den protestantischen Kirchen neben Maria stehen. Für mich bedeutet Ökumene: wir spüren im Gebet die Kraft Gottes und werden von Gott beschenkt mit Erkenntnissen, die man am Schreibtisch nie bekommen würde. Dabei lernt jeder (für ihn) Neues, der Katholik und der Protestant.

Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden.

Was heißt das für mich heute? Die Heiligen anrufen, mit ihnen leben! Ihre Kraft spüren, ja genießen – darf man das? Ich glaube schon. Man darf die Nähe eines geliebten Menschen genießen, man darf die Freude genießen. Man soll auch dankbar sein für die Geschenke, die Gott gibt. Es heißt in einem Sprichwort: Wer nicht genießen kann, wird auf die Dauer selber ungenießbar. Also, rufen wir die Heiligen an, genießen wir ihre Nähe, ihre Liebe, ihre Gemeinschaft und ihre Unterstützung!

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns heute klar machst, dass alle Heiligen bei Gott im Himmel leben. Ich will heute besonders vereint mit dem Himmel leben, in dem ich die Heiligen anrufe und mich in ihrer Nähe weiß. Ich danke dir für diese wunderbare Gemeinschaft des Himmels, die du uns jetzt schon schenkst.

Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns!

Heiliger Josef, bitte für uns!

Alle Heiligen Gottes, bittet für uns!

Pastor Roland Bohnen

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Evangelium und Impuls vom Dienstag der 9. Woche im Jahreskreis

Evangelium nach Markus ‪12,13-17.

‪In jener Zeit wurden einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken. ‪Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und dabei auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wirklich den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen? Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum stellt ihr mir eine Falle? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen. Man brachte ihm einen. Da fragte er sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. ‪Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn.

Tagesimpuls:

Er aber durchschaute ihre Heuchelei. (Mk 12,15)

Jesus durchschaut die Menschen. Es gibt Christen, die eine außerordentliche Gabe der Erkenntnis haben. Der Pfarrer von Ars oder Pater Pio z.B. hatten die Gabe der Seelenschau. Auch heute gibt es charismatisch begabte Menschen, die offensichtlich eine solche Gabe besitzen. Aber auch wir selber sollen klug sein wie die Schlangen. Ich glaube, dass der Heilige Geist uns auch die Gabe gibt, Menschen und Situationen zu durchschauen, wenn es für uns wichtig ist.

Er aber durchschaute ihre Heuchelei.

Ich hatte schon oft eine Ahnung von Dingen, und später stellte sich dann heraus, dass es richtig war, was ich im Herzen hatte. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt zu erkennen, dass das eine der Weisen ist, wie der Heilige Geist mich führt. Einmal musste ich eine wichtige Entscheidung treffen, und ich holte mir Rat bei einer Vertrauensperson. Diese Person jedoch gab mir keinen konkreten Rat, sondern sie ermutigte mich. Sie sagte, dass ich der Stimme meines Herzens folgen sollte, dass sie sicher wäre, dass ich das Richtige schon in meinem Herzen habe. Dieser Rat war Gold wert, ich habe die Entscheidung getroffen, und es stellte sich als wirklich sehr gut heraus. Daraus lerne ich, dass ich mir und der Führung Gottes manchmal im Weg stehe nur durch meine Unsicherheit. In Wirklichkeit aber ist das Richtige schon in mir, und ich muss nur den Mut haben, dazu zu stehen.

Er aber durchschaute ihre Heuchelei.

Während ich lernen musste, mehr auf mich selbst zu hören (die Stimme des Heiligen Geistes in mir), muss ein anderer Mensch vielleicht lernen, mehr auf die anderen zu hören (die Stimme des Heiligen Geistes in den anderen). Es kann vorkommen, dass man jemandem rät, er solle nur auf seine innere Stimme hören, und dann verrennt er sich völlig. Wir sehen, dass das Verhältnis am besten ausgeglichen sein soll. Auf sich selbst hören, aber auch auf die anderen hören.

Er aber durchschaute ihre Heuchelei.

Das heutige Evangelium ermutigt uns aber, stärker als bisher auf die Gaben zu vertrauen, die Gott durch den Heiligen Geist in uns hineingelegt hat. Wir können Dinge erkennen, wir können Böses durchschauen, wir können Sachverhalte einschätzen, weil Gott die Wahrheit in uns hineingelegt hat. Wenn natürlich unser eigenes Herz nicht rein ist, dann sind wir gefährdet, uns verführen zu lassen. Hier muss ich mich selber prüfen. Manche Menschen wollen ja auch die Wahrheit nicht erkennen. Wenn z.B. auf dem bei einer Liebesbeziehung einer einen anderen verführt, und der andere das nicht durchschaut, dann ist es gut möglich, dass er es auch gar nicht durchschauen will. Vielleicht spricht Gott in seinem Herzen: „Lass es sein!“, aber er will es nicht hören.

Er aber durchschaute ihre Heuchelei.

Konzentrieren wir uns heute wieder auf die Stimme des Heiligen Geistes in uns. Er wird uns leiten und helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns leitest durch die innere Stimme, durch den Heiligen Geist. Hilf mir, auf diese Stimme zu hören! Hilf mir, mich gut zu prüfen, ob mein Herz rein ist, so dass ich mich nicht verführen lasse. Und hilf mir, zu den Dingen zu stehen, die du mir schon gezeigt hast. Schenke mir auch mehr Zutrauen in meine Mitmenschen, dass auch sie geführt werden durch den Heiligen Geist.

 

Pastor Roland Bohnen

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Evangelium und Impuls vom Montag der 9. Woche im Jahreskreis

Evangelium nach Markus ‪12,1-12.

‪In jener Zeit begann Jesus zu den Hohenpriestern, den Schriftgelehrten und den Ältesten in Form von Gleichnissen zu reden. Er sagte: Ein Mann legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Zeit dafür gekommen war, schickte er einen Knecht zu den Winzern, um bei ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs holen zu lassen. Sie aber packten und prügelten ihn und jagten ihn mit leeren Händen fort. ‪Darauf schickte er einen anderen Knecht zu ihnen; auch ihn misshandelten und beschimpften sie. ‪Als er einen dritten schickte, brachten sie ihn um. Ähnlich ging es vielen anderen; die einen wurden geprügelt, die andern umgebracht. ‪Schließlich blieb ihm nur noch einer: sein geliebter Sohn. Ihn sandte er als letzten zu ihnen, denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Die Winzer aber sagten zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, dann gehört sein Erbgut uns. ‪Und sie packten ihn und brachten ihn um und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus. ‪Was wird nun der Besitzer des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Winzer töten und den Weinberg anderen geben. Habt ihr nicht das Schriftwort gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; ‪das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder? Daraufhin hätten sie Jesus gern verhaften lassen; aber sie fürchteten die Menge. Denn sie hatten gemerkt, dass er mit diesem Gleichnis sie meinte. Da ließen sie ihn stehen und gingen weg.

Tagesimpuls:

‪Als nun die Zeit dafür gekommen war, schickte er einen Knecht zu den Winzern, um bei ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs holen zu lassen. (Mk 12,2)

Gott hat uns viel anvertraut, unser kostbares Leben, unsere Mitmenschen, unsere schöne Schöpfung, die ganze Welt. Natürlich gibt es auch einen engeren („umzäunten“) Bereich, für den wir besonders verantwortlich sind: Unsere Familie, unsere Wohnung, unsere Arbeit oder Schule, unsere engsten Freunde. Und dann vertraut er uns jeden Augenblick den Menschen an, der in diesem Moment mein Nächster ist. Meist sind das unsere Angehörigen, aber es kann auch mal ein ganz Fremder sein. Ich finde, bevor wir weiter nachdenken, sollten wir erst einmal innehalten und ein riesengroßes Dankeschön sagen an Gott für alles, was er uns anvertraut hat.

‪Als nun die Zeit dafür gekommen war, schickte er einen Knecht zu den Winzern, um bei ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs holen zu lassen.

Nun erwartet Gott von uns auch Früchte. Er ist der Herr. Von ihm kommt alles, und er hat das Recht, Früchte zu verlangen. Man kann das negativ sehen („du erntest, wo du nicht gesät hast“ – Mt 25,24), man kann es auch positiv sehen: Gott setzt Vertrauen in uns. Er will, dass wir abends auf einen erfüllten Tag schauen können. Das Leben wäre hohl und sinnlos, wenn wir keine Aufgabe hätten, und wenn mit der Aufgabe nicht irgendwie verbunden wäre, dass wir etwas Schönes, etwas Gutes erreichen sollten. Man muss es positiv sehen. Es gehört zu einem sinnvollen, schönen und ausgefüllten Leben einfach dazu, dass man etwas geschafft bekommt. Und so hat Gott unser Leben geschaffen. Wenn am Ende keine Früchte da sind, dann stimmt etwas nicht, dann fehlt etwas, und ganz abgesehen von der Erwartung Gottes fühlen wir uns dann auch nicht wohl.

‪Als nun die Zeit dafür gekommen war, schickte er einen Knecht zu den Winzern, um bei ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs holen zu lassen.

Das Schlimmste, was Menschen machen können, ist Gott aus ihrem Leben herausschmeißen, wenn sie merken, dass etwas nicht gut läuft. Gott ist doch unser Korrektiv, er ist es doch, der uns wieder auf die richtige Bahn bringen kann. Wenn wir Fehler machen und merken, dass unser Leben nicht mit den Erwartungen Gottes übereinstimmt, dann ist es das Letzte, was wir tun dürften, Gott rauszuschmeißen, nur damit wir die Diskrepanz zwischen dem, was Gott will, und dem, was wir tun, nicht mehr spüren. Im Gegenteil: Wir sollen die Hilfe Gottes annehmen, unser Leben neu auszurichten. Dann werden wir uns wirklich besser fühlen.

‪Als nun die Zeit dafür gekommen war, schickte er einen Knecht zu den Winzern, um bei ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs holen zu lassen.

Versuchen wir heute, sinnvoll zu leben! Dabei kommt es nicht auf große Taten an. Früchte bringen, das heißt auch nicht unbedingt, ein Examen mit sehr gut zu bestehen. Auch jemand, der durchgefallen ist durch seine Prüfung, auch jemand, der gerade seinen Job verloren hat, kann für Gott Früchte bringen. Die Früchte, auf die Gott achtet, sehen sowieso anderes aus als die, auf die die Welt achtet. Da geht es mehr um Liebe, um kleine Zeichen der Aufmerksamkeit, um kleine Opfer usw. Das sind die Früchte, die wir bringen sollen, nicht die großen Erfolge, die uns stolz machen würden.

Gebet:

Jesus, der heutige Tag soll ein sinnvoller Tag werden. Ich will dir die Früchte bringen, so dass ich heute Abend auf einen gelungenen Tag zurückblicken kann. Lass mich Zeichen der Aufmerksamkeit und der Liebe schenken. Lass mich den Menschen und den Dingen gerecht werden, die du mir anvertraut hast. Lass mich vor allem immer erkennen, wer jetzt mein Nächster ist, und wem ich jetzt meine Zuwendung schenken kann und soll.

 

Pastor Roland Bohnen

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Evangelium und Impuls vom 9. Sonntag im Jahreskreis

Evangelium nach Lukas ‪7,1-10.

‪In jener Zeit als Jesus diese Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein. Ein Hauptmann hatte einen Diener, der todkrank war und den er sehr schätzte. Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige von den jüdischen Ältesten zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten. ‪Sie gingen zu Jesus und baten ihn inständig. Sie sagten: Er verdient es, dass du seine Bitte erfüllst; denn er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut. ‪Da ging Jesus mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst. Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden. ‪Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es. Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden. ‪Und als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte, in das Haus zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Diener gesund war.

Tagesimpuls:

Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden. (Lk 7,7)

Der Hauptmann glaubt an die Autorität Jesu. So wie er selber Autorität erlebt in seinem Beruf, so bezieht er dies nun auf Jesus. Wenn Menschen ihm, dem Hauptmann, gegenüber schon zum absoluten Gehorsam verpflichtet sind – und er erlebt dies täglich – wie viel mehr muss dann alles Jesus gehorchen, dem König der Könige, dem Herrscher des Universums, dem, durch den alles geschaffen wurde! Jesus ist erstaunt über die positive Einstellung des Hauptmanns, und es geschieht tatsächlich, wie er geglaubt hat.

Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.

Man hört an dieser Stelle gar kein Machtwort Jesu, keine Zeremonie, kein Handauflegen, gar nichts. Das Wunder geschieht einfach. Es gibt keinerlei Zeichen, die das Wunder andeuten. Hier ist der reine, pure Glaube zu beobachten. Der Hauptmann traut Jesus einfach zu, dass seine Bitte erhört wird, und es geschieht. Was für ein Vorbild für uns! Im Glauben bitten und dann loslassen! Dem Zweifel keinen Raum lassen, auch wenn zunächst nichts Sichtbares oder Spürbares geschieht. Jesus handelt, wenn ich bete.

Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.

Jesus sagt, dass er denen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, „unverzüglich“ Recht verschaffen wird (Lk 18,8). Es gibt also gar keine Zeit, in der Gott nicht handelt. Sobald ich beginne zu beten, beginnt Gott auch zu handeln. Was wir sehen und spüren ist zweitrangig. Jesus wirkt! Jesus handelt. Das Sichtbarwerden ist wie ein Glas, das sich langsam füllt und irgendwann überläuft. Jedes Gebet lässt das Glas voller werden, auch wenn man erst beim Überlaufen den „Erfolg“ sieht.

Gebet:

Jesus, du forderst uns auf, im Glauben zu beten. Du forderst uns auf, voll auf dich zu vertrauen und nicht zu zweifeln. Danke, dass du uns durch dieses heutige Evangelium wieder im Glauben stärkst. Ich nehme mir für heute vor, dir Zeit zum Beten zu schenken. Ich will so aktiv werden wie der Hauptmann. Ich will die Chance nutzen, dass du mir ganz nah bist, dass ich dich erreichen kann mit meinen Bitten. Ich will die Chance nutzen für meine Mitmenschen, für die ich bete, dass sie geheilt werden können.

 

 

Pastor Roland Bohnen

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Evangelium und Impuls vom Samstag der 5. Woche der Osterzeit

‪Evangelium nach Johannes ‪15,18-21.

‪In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. ‪Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. ‪Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

Tagesimpuls:

Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. (Joh 15,19)

Selbst wenn wir nichts sagen, merken die anderen irgendwie, dass wir zu Jesus gehören. Und das verursacht eine intuitive Ablehnung bei den Menschen, die selber nicht zu Jesus gehören. Wir sind sozusagen, ohne dass wir es wollen, ein mahnender Zeigefinger. Wenn ein Mensch dagegen, vielleicht ohne dass er sich dessen bewusst ist, sich öffnet für das Wirken des Heiligen Geistes, dann hasst er uns nicht. Dann findet er uns Christen interessant, dann ist er offen und zugänglich für den Glauben.

Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.

Vielleicht kennen wir das auch umgekehrt. Wenn jemand anscheinend einen sehr tiefen Glauben hat, also tiefer, als wir es nachvollziehen können, dann kann es sein, dass wir das übertrieben finden und diesen Menschen mit seinem Glauben nicht annehmen. Ich weiß nicht, wer von uns das kennt bzw. schon erlebt hat. Wenn wir uns in diese Erfahrung hineinversetzen können, dann können wir auch verstehen, wie andere sich fühlen, wenn sie uns begegnen. Vielleicht finden sie uns auch übertrieben, oder sektiererisch, oder irgendwie nicht ganz normal.

Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.

Der Punkt ist natürlich: Kann ich damit leben, dass es etwas gibt, das größer ist als das, was ich im Moment verstehe? Kann ich Glaubenserfahrungen zulassen, die mich selber herausfordern, oder blocke ich das direkt ab? Man kann übrigens Dinge auch ganz höflich abblocken, indem man distanziert sagt: „Das ist nicht mein Weg.“ Die Ablehnung muss nicht aggressiv vorgetragen werden.

Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.

Aber was machen wir nun mit diesem Evangelium? Was sagt es uns? Ich glaube, wir sollen die Tatsache ernst nehmen, dass es in jedem von uns etwas gibt, das sich gegen Wachstum im Glauben sträubt. Dass es in jedem von uns diesen Widerstand gegen Jesus gibt. Dann können wir die besser verstehen, die uns ablehnen wegen unseres Glaubens. Und wir sollen selber authentisch sein, diesen Widerstand in uns identifizieren und überwinden. Denn nur wenn wir selber im Glauben wachsen, dann kann Gott durch uns wirken, und so ist die Chance am größten, dass sich durch unser Leben auch unsere Mitmenschen bekehren. Und bedenken wir: Wenn der Widerstand offen herauskommt, dann ist das besser, als wenn er unter der Oberfläche bleiben würde.

Gebet:

Jesus, es tut mir leid, dass auch in mir Widerstände gegen dich sind. Hilf mir, im Glauben zu wachsen, offen zu sein für das Mehr, das du mir täglich schenken willst. Und lass mich nicht irritiert sein, wenn ich diesen Widerstand bei anderen erkenne. Im Gegenteil, lass mich dankbar sein, wenn der Widerstand an die Oberfläche kommt, weil man dann erst damit gut umgehen kann. Bitte schenke uns immer neue Kraft gegen den Widersacher, dass wir ihn binden und vertreiben können, damit unserem Wachstum im Glauben nichts mehr im Weg steht.

Pastor Roland Bohnen

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Evangelium und Impuls vom Fest der Hl. Katharina von Siena, der Schutzpatronin Europas

Evangelium nach Matthäus ‪11,25-30.

‪In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. ‪Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. ‪Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. ‪Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

Tagesimpuls:

Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht. (Mt 11,30)

Dies knüpft noch einmal an an den Gedanken von Gestern. Jesu Last ist leicht. Wenn er uns sagt, wir sollen die Gebote halten, dann ist das keine drückende Last, kein drückendes Joch. Im Gegenteil, er will uns zeigen, wie es am einfachsten geht. Ich habe erkannt, dass sein Joch für mich darin besteht, mich an eine Grundstruktur des Tages zu halten. Für uns Priester ist dies das Stundengebet. Manchmal hat man keine Lust dazu oder man möchte gerne frei beten oder Rosenkranz beten oder etwas lesen. Aber immer wieder erkenne ich, wenn ich mich an sein Joch halte, dann geht alles am einfachsten. Es geht nicht darum, wie ich mich dabei fühle, es geht einfach darum, dass ich mich daran halte. Er hat mir den Weg gezeigt, und dies ist wirklich der beste Weg.

Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

Gestern hatten wir ein wunderbares Glaubensgespräch. Eine Erzieherin sagte, dass sei wie wenn man den Kindern sagt, dass sie die Zähne putzen sollen. Wenn wir die Zähne nicht putzen, dann liebt Gott uns genauso unendlich. Aber wir bekommen Karies. Das ist nicht so schön. Mit gesunden Zähnen ist das Leben einfach schöner. Wenn wir regelmäßig die Zähne putzen, wenn wir uns an diese Grundstruktur halten, dann wird das Leben am leichtesten, das ist der beste Weg, durch das Leben zu kommen. So ist es mit vielen Dingen. Es mag sein, dass wir sie im ersten Moment als eine kleine Last empfinden, aber diese Last ist leicht im Vergleich zu dem, was wir bekommen, wenn wir uns nicht daran halten.

Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

Nun haben wir schon zwei Beispiele, das Stundengebet, das Zähneputzen. Nun kann jeder diese Liste für sich ergänzen. Was sind Aspekte dieser Grundstruktur, die für mein Leben wichtig sind? Woran muss ich mich halten, damit mein Leben gut gelingen kann? Was ist diese „Last“ für mich, die Jesus mir auferlegt, die viel leichter ist als die Last, die entsteht, wenn ich mich nicht an Jesu Last halte?

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns den Weg für unser Leben zeigst. Ich will mich an deine Last halten, denn sie ist viel leichter als die Lasten, die entstehen, wenn ich nicht den Weg gehe, den du mir gezeigt hast. Hilf mir, Ja zu sagen zu den kleinen Lasten, die du mir auflegst. Hilf mir, dass viele von diesen Strukturelementen des Tages mir so in Fleisch und Blut übergehen, dass ich sie gar nicht mehr als Last empfinde. Danke noch einmal, dass du mir den richtigen Weg zeigst.

 

Pastor Roland Bohnen

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Evangelium und Impuls vom Donnerstag der 5. Woche der Osterzeit

Evangelium nach Johannes ‪15,9-11.

‪In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! ‪Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

Tagesimpuls:

Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben. (Joh 15,10)

Früher hat sich in mir immer etwas gesträubt, wenn ich etwas über die Gebote gehört habe. Die Gebote, das war für mich Pflicht und Zwang, und es stand irgendwie im Widerspruch zur Liebe Gottes. Tief in mir hatte ich das Bewusstsein, dass wir uns die Liebe Gottes nicht durch Gutsein und Erfüllung von Geboten verdienen können. Gebote erinnerten mich an das Alte Testament oder an den Islam, aber nicht an die Frohe Botschaft Jesu Christi.

Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben.

Ich glaube, dass ich da etwas richtig verstanden hatte. Wir können uns die Liebe Gottes nicht durch das Erfüllen von Geboten verdienen. Das ist richtig. Gott liebt uns sowieso, daran können wir nie etwas ändern, weder durch Gutsein noch durch Sündigen. Die Liebe Gottes zu uns bleibt immer gleich, nämlich unendlich groß. Wir sehen es am Evangelium vom verlorenen Sohn. Der Vater liebte den Sohn immer gleich, auch in der Zeit, als er die Gebote nicht hielt.

Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben.

Trotzdem haben die Gebote einen Sinn. Jesus will uns helfen, in seiner Liebe zu leben und nicht Sklave der Sünde zu werden. Er will uns helfen, dass unser Leben gut wird und gelingt. Denken wir an den verlorenen Sohn. Der Vater liebte ihn total, als es ihm schlecht ging. Aber sein Leben war auf der schiefen Bahn. Das Halten der Gebote ist nicht unser Mittel, uns Liebe und Anerkennung von Gott zu verschaffen. Wenn wir das einmal verstanden haben, dann können wir entspannter auf den Sinn der Gebote schauen. Gott liebt uns, das ist ganz klar, Daran können wir nichts ändern. Aber jetzt will Gott, dass unser Leben gelingt. Und dann zeigt Jesus uns einen Weg, wie das gehen kann. Wir können den Weg auch nicht gehen, dann liebt Gott uns genauso. Aber wir werden dann stolpern und Probleme bekommen. Daher ist es besser, die Gebote zu halten, einfach, damit unser Leben gut wird.

Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben.

Lassen wir uns also von Jesus den Weg zum guten Leben zeigen! Er wird uns helfen, dass alles gut gelingt, dass unser Leben fruchtbar wird, dass wir in seiner Liebe bleiben, und dass nicht das Böse Überhand gewinnt in uns.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns den Weg zum Leben zeigst und schenkst. Ich will in deiner Liebe bleiben, ich will in deiner Liebe leben. Ich will nicht, dass das Böse in meinem Leben Überhand gewinnt. Ich danke dir für deine unendliche Liebe zu mir und zu uns allen. Hilf mir, heute den Weg zu Leben zu gehen, indem ich deine Gebote halte, besonders das Gebot der Liebe.

Pastor Roland Bohnen

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Evangelium und Impuls vom Mittwoch der 5. Woche der Osterzeit

Evangelium nach Johannes ‪15,1-8.

‪In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. ‪Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. ‪Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. ‪Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Tagesimpuls:

Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet. (Joh 15,8)

Unser Leben soll sehr fruchtbar werden. Wir sollen ein erfülltes Leben haben – nicht mit Weltreisen und vielfältigen Hobbies, sondern mit einer Erfüllung, die daraus resultiert, dass wir Liebe in uns hatten und diese Liebe weitergeschenkt haben. Jesus sagt ganz genau, wovon es abhängt, ob unser Leben so mit Frucht erfüllt werden wird: Wir müssen in ihm bleiben, mit ihm verbunden am selben Weinstock. Wenn wir in ihm bleiben, dann kann seine Liebe in uns fließen, und diese Liebe fließt durch uns durch zu den anderen Menschen.

Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Auf diesem Wegen „werden“ wir seine Jünger. Jünger werden ist also in den Augen Jesu ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Wir sind im Begriff seine Jünger zu werden, aber da ist noch sehr viel Entwicklungsspielraum. Sehr vieles in uns handelt noch ohne Jesus, unabhängig von Jesus. Wir haben noch nicht verinnerlicht, dass wir ohne Jesus nichts tun können. Zu viele Kontrollmechanismen wirken noch in uns. Wir wollen unser Leben selber kontrollieren. Wir haben Angst, an Jesus loszulassen, obwohl er doch gesagt hat: „Mein Joch ist leicht.“ (Mt 11,30)

Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Ich denke daran, dass ich viel zu viele Termine und Aufgaben annehme, ohne Jesus vorher zu fragen. Ich habe eine Freundin, die ich um etwas gebeten hatte. Es ging um einen Menschen, dem geholfen werden musste. Diese Freundin aber erwiderte: „Ich werde über diese Sache beten, und ich will den Herrn befragen, ob ich in dieser Sache aktiv werden soll, und wenn ja, was ich dann tun kann.“ Diese Reaktion fand ich vorbildlich. Ich fühlte mich nicht vor den Kopf gestoßen. Im Gegenteil, für mich war es ein Zeugnis des Glaubens und ein Vorbild, wie man auch mit Anfragen umgehen kann. Heute erinnere ich mich daran, und ich nehme mir vor, alles, was ich tue, mit Jesus zu tun, und zwar so, dass ich ihn vorher frage.

Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Ich will beherzigen, dass ich ohne Jesus wirklich nichts tun kann. Und ich will in ihm bleiben, damit mein Leben so fruchtbar wird, wie er es versprochen hat. Und auf diesem Weg will ich mehr und mehr sein Jünger werden.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mich immer weiter führst. Ich danke dir, dass dein Joch leicht ist. Ich danke dir, dass du mich mehr und mehr hineinnehmen willst in eine Erfahrung der Fülle. Mein Leben wird Frucht bringen. Du wirst mich reich beschenken. Ich will immer mit dir verbunden bleiben, und ich will nichts ohne dich tun.

 

Pastor Roland Bohnen

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